Das ADA-Festival: ein erster Rückblick

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Die smarte Stadt beobachtet unsere Bewegungen, analysiert uns, regelt uns und denkt ein paar Schritte voraus. Technologien sollen uns den Alltag und das Arbeitsleben in der Stadt vereinfachen. Aber ist Optimierung alles, was uns digitale Technologien und analoge Praktiken bieten?

Let’s outsmart the city, dachten sich die Kuratorinnen Jeanne Charlotte Vogt und Alexandra Waligorski und Fab-Lab-Mitgründer Axel Sylvester gesagt und luden acht  internationale Künstler zum A/D/A-Festival eingeladen.

Animation via GIPHY

Vom 25. bis 28. August 2016 setzten sie in sieben Workshops mit Menschen jeden Alters Zukunftsszenarien digitale und analoge Technologien ein, um Praktiken zur Selbstorganisation in der „smarten“ Stadt zu entwickeln.

Das Fab Lab war die Zentrale der Aktivitäten:

Hier ein paar Eindrücke von Workshops:


Portrait-Mika-1SMART RITUALS – Zusammen mit der Textilkünstlerin Mika Satomi programmierten die Teilnehmer*innen Daten-Kostüme und entwarfen eine Choreographie aus zeremoniellen Gesten, mit denen sie Daten bewusst in die Stadt und live ins Netz tragen können. Nach zwei Tagen Nähen und Verdrahten begab sich der Workshop als aufsehenerregende Prozession durch die Straßen St. Paulis.


Portrait-katihyyppa-1DATA BICYCLES Kati Hyyppä machte mit ihrer Gruppe Fahrräder zu Seismographen: Je tiefer die Schlaglöcher, desto dramatischer die Aufzeichnungen. Der Seismosgraph funktionierte komplett analog: mit Kuli-Mine, Feder, Gewicht und Gummiaufhängung über einem sich abrollenden Papierstreifen. Heraus kamen lineare Protokolle von Schlaglöchern, Kopfsteinpflaster, Schwellen und anderem.

 


Portrait-Jessica-1HOW WILL WE BREATHE TOMORROW? – Wie und warum messen wir das ungreifbarste aller Elemente? Jessica Broscheit machte mit den Teilnehmer*innen  Stadtluftspaziergänge, anschließend bauten sie individuelle Detektorenprototypen und Design-Fiktionen für urbane Luftmessung.


Portrait-Jeremy-1LEAN ARTIST – New Media Artist Jeremy Bailey entwickelte mit seiner Gruppe Konzepte für kulturell disruptive Startups. Die Teilnehmer*innen bekamen nach dem Festival ein kleines Startkapital, um mit ihren Ideen loszulegen. Jeremy verzichtete dafür auf sein Honorar!

 


Portrait-Filomena-1Portrait-Benjamin-1SECRET CITY – Zwischen Sirenen und Gehupe, zwischen Blabla, Hurra und Geheimnis:  In einem dreitägigen Workshop bildeten Filomena Kraus und Benjamin van Bebber Kinder zu städtischen Sound-Super-Spionen aus.

 


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UND STÖRTEBEKER WIRD ENDLICH GLÜCKLICH – LEBEN UND ARBEITEN AM WASSER – Mit Claudius Schulze erkundeten die Teilnehmer*innen auf dem Wasserweg ungenutzte Potenziale im Hafengebiet und kartierten urbane Räume, die für künstlerische und soziale Nutzung in Frage kommen, an denen Utopien Wirklichkeit werden könnten.


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“THINK PRIVACY”: PRIVACY PROPAGANDA THINK TANK – Auf Basis seiner “Think Privacy”-Kampagne erarbeiteten die Teilnehmer*innen mit Adam Harvey ihre eigene Privacy-Propaganda.

 


Aram Bartholl veranstaltete außerdem am Eröffnungsabend eine kleine Performance: “Point of View – Head Band”. Das Smartphone wird zum Display für die Perspektive des Trägers, es entsteht eine Rückkopplungsschleife der Überwachung.


Vom 29.8. bis 7.9. waren die erarbeiteten Sachen und Konzepte dann im Künstlerhaus Faktor zu sehen.

Die ausführliche Dokumentation findet ihr demnächst auf www.ada-hamburg.de.